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DAS OMEN
Regie: John Moore / USA 2006 / 110 Min.
Darsteller: Liev Schreiber, Julia Stiles, Seamus Davey-Fitzpatrick, Michael
Gambon, Mia Farrow
Produktion: John Moore, Jeffrey Stott, Peter Veverka, Glenn Williamson
Selten wurde um den Starttermin eines Kinofilms ein so großes Tamtam gemacht wie
bei diesem Remake des gleichnamigen Klassikers aus dem Jahre 1976. Beinahe
könnte man vermuten, dass man diese Wiederaufbereitung ausschließlich wegen des
passenden Datums produziert hat. So wurden früh genug die Werbetrommeln gerührt,
um rechtzeitig auf den Tag X aufmerksam zu machen. Ein ganz besonderer Tag,
dieser 6. Juni 2006 oder anders geschrieben: 6.6.06. Sechshundertsechsundsechzig
(666), die Zahl, die in okkultistischen Kreisen besser als die Zahl des Tieres
oder die des Antichristen bekannt ist. Diese Gegebenheiten, welche sich
natürlich geschickt mit dem Filminhalt kombinieren ließen, konnten durch eine
formidable Marketingstrategie aufgenommen werden und so kam DAS OMEN an jenem
besonderen Dienstag weltweit in die Kinos. Äußerst treffend auch, dass Richard
Donners Meisterwerk in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag feiert und die Geburt
eines Remakes und die eines neuen Satansbraten eigentlich kaum überraschend
kamen. DAS OMEN erschien damals ein paar Jahre später als DER EXORZIST, konnte
in der Horrorfilm-Hierarchie aber eine ähnlich hohe Position belegen, so gilt
Das Original heute noch für viele Fans als der vielleicht beste Horrorfilm aller
Zeiten. Der Erfolg des 76er Films widerspiegelt sich in den drei Fortsetzungen,
die aber qualitativ nicht mehr mithalten konnten, und natürlich in diesem
anständig besetzten Remake. John Moore (DER FLUG DES PHOENIX) nahm das
Original-Drehbuch als Vorlage und passte es lediglich etwas der heutigen Zeit
an, ohne den altmodischen Touch zu verlieren. Bei der Story hat sich demnach
nicht viel verändert: Es ist der besagte 6. Juni als Katherine Thorn (Julia
Stiles) um 6 Uhr früh ihr Baby zur Welt bringt. Nach nur wenigen Atemzügen
verstirbt ihr Kind jedoch. Ihr Mann Robert Thorn (Liev Schreiber) erhält
praktisch zur gleichen Zeit ein Angebot, ein anderes Baby aufzunehmen, dessen
Mutter soeben bei der Geburt verstarb. Seine Frau im Glauben lassend, dass es
ihr eigenes Kind sei, adoptiert Robert den kleinen Damien (Seamus
Davey-Fitzpatrick). Vorerst läuft alles gut, bis sich an Damiens 5. Geburtstag
ein merkwürdiger Selbstmord ereignet und weitere mysteriöser Vorfälle in Damiens
Nähe geschehen. Bald wird Robert klar, dass hier die Mächte des Teufels im Spiel
sind, ja dass sein Adoptivsohn sehr wahrscheinlich von diesem abstammt.
Gemeinsam mit einem Fotografen geht er dem Geheimnis auf den Grund, mit dem Ziel
den kleinen Beelzebub zu stoppen…Regisseur John Moore gelingt es zwar die alte
Geschichte in ein neues Gewand zu stecken und ganz ordentlich umzusetzen aber
der alten Story neues Leben einzuhauchen oder sie gar zu verbessern, das gelingt
ihm nicht - zu enorm war wohl die Ehrfurcht vor dem großen Okkultklassiker. Das
Vorbild wird beinahe 1:1 adaptiert, was natürlich bei den Kennern des Originals
schnell Langeweile hervorruft. Die blutigen Szenen in Donners Film haben einen
so kultigen Charakter, dass auch hier die Neuverfilmung nicht mithalten kann,
auch wenn mal etwas mehr Blut spritzt als früher. Darstellerisch ist der kleine
Seamus Davey-Fitzpatrick zu loben, der einen wirklich bösen Blick zustande
bringen kann, ohne zu wissen wen er eigentlich spielt (!) und natürlich die
gelungene Besetzung von Mia Farrow (ROSEMARY`S BABY) als böses Kindermädchen.
Gesamt gesehen aber ein blasses Remake, das den Fehler macht sich zu stark an
den alten Film zu halten und deshalb schnell den Reiz verliert. (dap)
Mittelmäßig / 20% |